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March 14 2010

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March 11 2010

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Virtual Worlds Best Practices in Education 2010

Für alle, die weiterhin denken, Second Life sei keine Beschäftigung wert – hier ein Hinweis auf eine internationale Online-Konferenz über 2 volle Tage rund um die Uhr. Es sind einige überaus spannende Sessions im Programm zu finden …

From March 12th to March 13th, 2010 – the education community of Second Life will be hosting a 2 day/48 hour conference on best practices in education. This conference will promote the best and brightest from the Second Life education community in various fields of practice including everything from demonstrations to hands on theory.

The conference is a freeevent for educators and researchers of virtual worlds, knowledge emergence, knowledge development, and their educational impacts.

Last year we had 3800 attendees and over 100 speakers from around the world.

By registering for this event you are helping us to plan out resources to ensure the conference runs smoothly and that we have allocated
enough space to ensure everyone gets an opportunity to participate.

More information is available on the website:
http://www.vwbpe.org

March 05 2010

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Die soziale Kausalität digitaler Identitäten

Manchmal ist es mir fast etwas unheimlich …

Vor 2 Jahren sinnierte ich über die konzeptionelle Anlage des aktuellen eVideo-Projekts. Im Ergebnis entschied ich mich – angesichts der vielen drängenden Social Media-Fragen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen – für die Variante, eine Weiterbildungskurs-Reihe zu entwickeln, deren Kurse zwar im Grundgerüst immer wieder neuen Web 2.0-EinsteigerInnen einen Weg in das soziale Netz aufzeigen, inhaltlich aber jeweils unterschiedlichen Fragestellungen nachgehen.

Konsequenterweise lag es nahe, einen Kurs dem drängenden Thema “Identität 2.0” zu widmen, der jetzt im April auch startet. Wie trendy wir mit diesem Thema im Zeitgeist schwimmen, war damals in dieser Massivität nicht absehbar. Die Synchronität der Ereignisse – das Anfang dieser Woche ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung und das aktuelle Video des Elektrischen Reporters zur Digitalen Identität – war wirklich nicht vorhersehbar oder gar abgesprochen. Nein, es handelt sich nicht um eine breit angelegte Social Media Marketingstrategie unsererseits – zumindest nicht initiiert durch uns (vielleicht sind wir ja Teil einer unbewussten Kampagne?) ;-)

Trotzdem findet man in diesem Video einige unserer zentralen Fragestellungen wieder, denen wir alle gemeinsam nachgehen möchten in unserem bewährten Netzwerk-Lern-Happening. Wer sich also für diese Fragestellungen interessiert und einen reflektierten Einstieg in die Materie wünscht, die/der sei herzlich eingeladen. Wer allerdings keinerlei digitale Datenspuren hinterlassen möchte, ist in diesem Kurs falsch. Wir arbeiten intensivst im digitalen Netz – nur etwas bewusster …


Elektrischer Reporter – Digitale Identität: Das Ich im Netz

February 28 2010

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February 22 2010

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Facebook – und was nun?

Es ist kein Geheimnis, dass ich seit einigen Jahren Facebook benutze zur Organisation der eVideo-Kurse. Keine andere Medienumgebung vermag so plastisch und schnell die Vor- wie Nachteile des vernetzten Lebens und Lernens aufzuzeigen wie dieses globale Tool. Die Dynamik, die sich auf dieser geschlossenen, sozialen Informations- und Kommunikationsplattform entfaltet, ist mitsamt des inhärenten Spaßfaktors wie offenkundiger Ernsthaftigkeit der Teilhabe wirklich beeindruckend. Gleichwohl markiert Facebook für mich persönlich nur einen verkümmerten Arm des modernen Webs. Privat nutze ich die Plattform nur am äußersten Rande – wie ich überhaupt davon abrate, allzuviel Privatleben in den sozialen Medien auszubreiten. Und für meine beruflichen Vernetzungen sind mir die paßgenauen Zuschnitte meiner persönlichen 2.0-Arbeitsumgebungen doch weitaus lieber. Dort kann ich meine Zeit und mein Netzwerk effizient und je nach Tagesform sehr graduell nutzen und auch meinen Input wesentlich vielfältiger und vor allem selbstbestimmter einbringen.

Nun sind vielleicht nicht alle Menschen interessiert daran, ihr berufliches Netzwerk primär über soziale Medien zu pflegen, sondern suchen in diesen Umgebungen eher nach kurzweiliger Abwechslung und halbwegs intelligenter Unterhaltung. Insofern sind diese Menschen schnell zufrieden gestellt mit den Potenzialen von Facebook und schliessen damit ihre virtuelle soziale Erkundungstour ab. Wenn sich aber das alltägliche Internet-Leben zusehends in dem geschlossenen Rahmen von Facebook abspielt, entsteht dort eine Regulierungsbehörde, die absehbar weitaus größeren Einfluss auf unseren Datenverkehr haben wird als wir derzeit Google zuschreiben. Angesichts der gigantischen Wachstumszahlen von Facebook, die dieses Jahr vielleicht die erste halbe Milliarde an registrierten Personen sprengen, kommen mir langsam Zweifel, ob ich dieses proprietäre Treiben weiter unterstützen soll, indem ich in meinen Kursen aufzeige, wie man diese Umgebung auch beruflich nutzen kann.

Von daher möchte ich heute damit beginnen, die Vor- und Nachteile von Facebook als Erfahrungsraum für die kulturellen Ausdehnungen des Social Webs zu reflektieren und gegenüberzustellen. Ich füge hier meine derzeitige Sammlung an Punkten an, die ich sogleich in ein Etherpad überführe, damit andere ihre Argumente hinzufügen können. Vor diesem Hintergrund liesse sich dann ggf. ermessen, welche Alternativen derzeit bestehen, um die Vorteile anderweitig aufzubauen und die Nachteile zu umgehen.

Vorteile von Facebook bei der Einführung in vernetztes Lernen

  • individuelle Verantwortung für Vernetzung
  • informeller Informationskanal, wenn ein Netzwerkknoten einer neuen Gruppe/Fanpage beitritt
  • einfaches Aufsetzen eigener Communities of Practice
  • fun based Information Working
  • Wahrnehmung des Menschen als Schnittmenge aus Privatleben und Öffentlichkeit
  • Möglichkeit des Aufbaus eines Lifestreams, der sich aus anderen Social Media-Exponaten speist und als Live-ePortfolio fungiert
  • Gefühl für positive Aspekte der Globalisierung
  • zentraler mobiler Zugriff auf den Informations- und Kommunikationskanal vernetzter “FreundInnen”
  • kein Geek-Verständnis von Medientechnologie erforderlich, um einsteigen zu können
  • Möglichkeit, die Weak Ties im Umfeld von Strong Ties zu pflegen

Nachteile von Facebook

  • Zwang zur Öffentlichkeit und kompelxe Privatsphären-Einstellungen
  • Vermischung von Privatkontakten mit beruflichen -> Frage: Wie privat können und wollen wir in diesen digitalen Zeiten noch sein? ( siehe Identität 2.0)
  • proprietäre Anwendung mit kommerziellen Interessen und insofern wenig Interesse an Export-Schnittstellen
  • Social Gaming und Spam-Fun verunmöglichen gezielte Informationsaufnahme -> keine individuellen Konfigurationsmöglichkeiten gegeben
  • Facebook Connect absorbiert viele Web-Angebote in seinen Dunstkreis (sehen manche auch positiv als Anbindung an soziales Netzwerk)

Fazit

Die Vorteile von Facebook zu nutzen und gleichzeitig die Nachteile zu meiden, scheint für technologische Geeks unproblematisch zu sein, nicht aber für Standard-MediennutzerInnen. Es entsteht ein neuer Digital Gap und wir können ein neues digitales Schichtenmodell erkennen. Derzeit lassen sich m.E. die Menschen weltweit differenzieren je nach ihrer …

  1. Social Web Kompetenz
  2. Social Networking Kompetenz
  3. Klassische Suche- und eMail-Kompetenz
  4. Offline-Kompetenz

Bislang meinte ich das Ziel verfolgen zu können, die Social Web Kompetenz über die Social Networking Kompetenz andeuten zu können. Wenn sich aber Facebook immer weiter Richtung proprietäres Alternativ-Web entwickelt, dann bleiben die Menschen darin verfangen und vermögen kaum die Potenziale eines freien Webraumes  erfahren. Die Frage ist also, wo sich Alternativen auftun, um diesen globalen sozialen Aspekt erfahrbar zu gestalten. Nicht als proprietäre Open-Source-Alternative, sondern als wahrhaft vernetzte Online-Welt, über die auch EinsteigerInnen aus der dritten (und ggf. vierten) digitalen Kompetenz-Schicht sich Zutritt verschaffen könnten. Klassische Community of Practice-Plattformen (wie Mixxt, Ning, Crowdvine, o.ä.) stellen dabei keine Alternative dar, da sie nur eine Binnensicht auf Bekanntes ermöglichen und den Serendipity-Effekt nicht forcieren. Aber wie könnte eine unkommerzielle, freie, offene, vernetzte Struktur ausschauen? Wo finden sich Ansätze? Das ist mir persönlich derzeit unklar … Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen?

Ich bitte dringend um Mitarbeit – besten Dank im Voraus :-)

February 14 2010

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February 13 2010

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Identität 2.0 – Leben im mobilen Zeitalter

Am 10. April 2010 startet der nächste eVideo-Fortbildungskurs – das Thema lautet: “Identität 2.0 – Leben im mobilen Zeitalter”.

Worum geht’s?

Wenn wir derzeit einen Blick auf den Puls der Web 2.0-Gemeinde werfen, so ist dieser Winter geprägt von sich überschlagenden Hypes technologischer Revolutionen. Zunächst reüssierte Google mit seinem neuen Google Phone, dem Nexus One, das erstmalig explizit für die Nutzung der gesamten Google-Palette optimiert sein soll und neue Interaktionsmomente generiert.

Kaum verflachte sich die Erwartungskurve an dieses Handy, brachte Apple sein iPad auf den Markt, das – als neues Konsumspielzeug konzipiert – die Mediennutzung klassischen Contents ermöglicht und damit viel Hoffnung bei alten Kulturindustrien hervor rief (siehe z.B. diesen FAZ-Artikel von Frank Schirrmacher, seines Zeichens Herausgeber der Zeitung und derzeit massiv auf der Suche nach einer neuen Berechtigung für alte Medien).

Und kaum ist diese Nachricht verdaut, erweitert Google seine Palette um Google Buzz, eine Entwicklung hin zu Social Networking-Funktionen, die fortan auf der Verbindung von mobilen Daten und PC-basierter Weiterverarbeitung als Content aufbauen. Die Trennung zwischen stationär und mobil wird hier nahezu vollständig aufgehoben – die Funktionen ergänzen sich komplementär – das System gibt nicht mehr vor, mit welchem Gerät man auf den digitalisierten Strom zugreifen soll.

Für den Sommer wartet bereits in der Pipeline das neue iPhone mit 4G-Netzwerk – damit werden mobile Internetverbindungen noch schneller sein. Und Google lässt mit Chrome OS für den Sommer das erste (mobile) PC-vergleichbare Endgerät mit komplett webbasiertem Betriebssystem erahnen. Von dem Moment an arbeiten Menschen ausschließlich nur noch in der Cloud – private digitale Besitztümer werden nicht mehr physisch auf dem persönlichen Eigentum gespeichert, sondern webbasiert vorrätig gehalten.

Wie wir entlang dieser Entwicklungen sehen:
Das Innovationskarussell dreht sich derzeit rund um Google und Apple – alle anderen schauen atemlos zu, wie die digitale Netzwelt durchpflügt wird und am Ende kein Stein mehr auf dem anderen stehen wird. Letztlich entscheidet sich in dieser Schlacht, wie unser mobiles digitales Leben ausschauen wird: Entweder getrieben durch einzelne Applikationen, die jedeR nach eigenem Geschmack zwar downloaden (zunehmend kostenpflichtig) und konsumieren kann, letztlich aber unabhängig nebeneinander bestehen bleiben. Oder auf einem werbungsfinanzierten, offenen, integriertem Browserkonzept beruhend, das den Menschen gegenüber zunächst mit kostenfreien Angeboten entgegentritt.

Dazwischen wir Menschen, User genannt, die sich zu orientieren suchen, gerne die Vorteile mitnehmen, aber auf die Nachteile verzichten möchten. Gartner prognostiziert für das Jahr 2013, dass bis dahin bei 20% aller geschäftlichen User soziale Netzwerke den eMail-Verkehr als primärer Kommunikationskanal ersetzt haben werden. Zudem erwartet Gartner bis zum Jahresende 2010 einen Anstieg webbasierter Handys auf 1,2 Milliarden Menschen. Und Morgen Stanley zeigt auf, dass das mobile Internet nicht nur von Handys, sondern auch von Spielekonsolen, Autoelektronik, eBook-Readern etc. geprägt sein wird.

Mobile Internet

Die mobilen Kulturtechniken schreiten also voran und für dieses Jahr erwarte ich die breitere Nutzung vielfältiger Augmented Reality-Angebote. Seit einiger Zeit existieren hier verschiedene Ansätze, ortsbezogene Informations- oder Kommunikationsangebote bereitzustellen, die Usern bei Interesse im mobilen Dasein unterstützen. Was spätestens hier deutlich wird, ist eine Entwicklung, nahezu die gesamte physische Welt mit digitalen Layern zu durchsetzen. Oder wie Tim O’Reilly meinte: jeder reale Gegenstand besitzt zwischenzeitlich einen digitalen Informationsschatten. Nicht nur einen von externen Kräften designten, sondern einen sich in der sozialen Praxis generierenden und sich ständig verändernden Schatten.

Diese Entwicklungsdynamik wird sich voraussichtlich so lange selbst überholen, bis eine vollständige Digitalisierung unserer “realen” Welt gegeben ist bzw. wird die reale Welt eine zugleich komplett digitalisierte sein, die keine Grenze mehr kennt zwischen “virtuell” und “real”. Und damit sind nicht nur bewußte Akte der digitalen Nutzung gemeint, sondern gleichsam die schleichende Digitalisierung unserer Alltagsgeschäfte, die von der Krankenkarte über die Bankkarte über Paybackkarten bis hin zu Überwachungskameras nahezu das gesamte öffentliche Leben dokumentiert.

Wie geht man mit all dem um? Darum soll es u.a. in dem neuen Kurs gehen. Wie könnten persönliche Konzepte für eine moderne Trennung von Öffentlichkeit und Privatleben ausschauen? Wie sieht moderner Datenschutz aus? Oder meinen wir damit Datensicherheit? Was wollen wir eigentlich schützen? Wollen und können wir die persönliche Kontrolle über all die aggregierten Daten ausüben? Oder müssen wir uns wirklich im Zuge diesen “Fortschritts” damit abfinden, durchschaubar geworden zu sein, wie mspro meint? Wird es zukünftig noch analoge Inseln geben, auf denen einzelne Menschen leben, die sich fern aller oder der meisten Datenströme bewegen können? Oder können wir wenigstens noch Einfluss nehmen auf die Datenverknüpfungen?

Dies alles sind wichtige Fragen unserer Zeit – vielleicht mit die drängendsten, um unser gesellschaftliches Selbstverständnis neu zu sortieren. Wie wollen wir leben? Wie können wir die Vorteile einer algorithmisch generierten Buchempfehlung bei Amazon nutzen ohne gleichzeitig absolut gläsern z.B. hinsichtlich unserer politischen Einstellungen zu sein? Wie können wir uns noch frei im öffentlichen Raum bewegen, ohne von jeder Handykamera umgehend mit allen Charaktereigenschaften identifiziert zu werden? Es geht mit anderen Worten um die Selbstbestimmung über unsere individuelle Einzigartigkeit und die persönliche Freiheit, das eigene Leben selbst entscheiden zu können. Und das bedeutet auch, jederzeit (!) die Möglichkeit zu haben, einen Schwamm über vergangene Irrwege wischen und nochmals neu starten zu können. Es geht – wie könnte es anders sein – um unsere Identität.

Was ist das eigentlich, unsere Identität?

Wenn wir Heinz Abels folgen, ist Identität ein Konstrukt, eine eigene Biographie, die wir uns selbst zuschreiben, unser Bild von uns in einer gegebenen Situation. Identität ist damit ein Zustand auf Zeit. Sie verbindet unsere Vergangenheit mit einer selbst gewählten möglichen Zukunft. Sie verknüpft unsere verschiedenen sozialen Rollen zu einem sinnvollen Muster. Während mit Individualität ein einzigartiger Stil gemeint ist, der von anderen wahrgenommen wird und in der Rückspiegelung das Muster unseres persönlichen Handelns prägt, kennzeichnet Identität das individuelle Bewusstsein dieses Stils. Wir spielen also Theater, präsentieren uns gleichzeitig als Subjekt wie Objekt und versuchen unserem Bild über eine individuelle Narration einen Kern zu geben. In der Identitätsfrage schwingt insofern die Angst vor dem vermittelten Bild mit, das nicht unserem gewünschten Abbild entspricht, das wir gerne vermitteln möchten.

Vor dem Lichte der Digitalisierung betrachtet, könnte unser Bild also zunehmend von verknüpften Datenspuren generiert und immer weniger von unserer eigenen Narration definiert sein. Nur wer sein Abbild konsequent auf ein gewünschtes Ziel ausrichtet, wird vielleicht mit seinem generierten Bild leben können – sofern man nicht eines Tages einem anderen Lebensentwurf folgen möchte. Die so gerne geforderte Authentizität, die Einzigartigkeit eines Menschen, geht in diesem schablonenhaften Leben unter.

Nun stellt sich die Frage: So what?

Bieten uns die sozialen Medien, die wir aktiv nutzen können, Möglichkeiten, eine dynamische Narration zu entfalten, die einen subversiven Interpretationsspielraum eröffnen, wie die Vielzahl an Datenspuren zu lesen sei? Oder stellt die soziale Vernetzung eine Zumutung dar, da Identitäten in dieser ständigen Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld ihre eigenen Ansprüche kaum in eine Balance bekommen? Können wir überhaupt noch dieser ganzen Entwicklung entfliehen? Oder können wir eine Identitätskompetenz aufbauen, um kontextspezifische Teilidentitäten aufzubauen, also z.B. eine digitale und eine nicht-digitale Teilidentität? Lässt sich das Ganze mit einem klugen individuellen Identitätsmanagement lösen? Und überhaupt: Wie lässt sich eine professionelle Identität aufbauen, die uns für das Selbstmarketing oder als Corporate Identity gut ins Spiel bringt, ohne uns gleichzeitig zu offenbaren?

All diesen offenen Punkten möchten wir in unserem neuen 16-wöchigen eVideo-Kurs an der HTW Berlin, der weitestgehend online vollzogen wird, aber auch einige Präsenzveranstaltungen umfasst, nachgehen. Nicht abstrakt als theoretisches Seminar, sondern als Erkundungstour im digitalen Netz und in diesem Semester auch im mobilen Raum. Wir werden gemeinsam versuchen, wichtige Fragestellungen zu definieren und diesen gemeinsam nachzugehen. Wir werden Chancen und Risiken versuchen abzuwägen und persönliche Identitätsstrategien entwickeln. Wie immer unterstützt durch eine Vielzahl an Fachexpert/innen, die uns allmontäglich mit neuem Input versorgen, und eingebunden in ein soziales Lernsetting, das individuell ausgestaltet und je nach persönlichem Engagement genutzt werden kann.

Insofern baut dieser Sommersemester-Kurs auf 4 Säulen auf:

  1. Die Identitätsfrage analog zu “Wer bin ich und wenn ja wie viele?”
  2. Die mobile Frage entsprechend der Maßgabe: Die digitalisierten Layer der realen Welt
  3. Die Social Media-Frage gemäß der sich durchsetzenden Erkenntnis: Der Mensch ist ein soziales Wesen
  4. Die Videofrage getreu der Frage, ob Bilder den Text als neues Leitmedium ablösen

Wir laden alle BerlinerInnen an den Schnittstellen von Bildung, Kultur und Medien ein, sich mit uns gemeinsam aktiv auf den Weg zu machen in das digitale mobile Zeitalter. Vor allem Einsteiger/innen in das Web 2.0 dürfen sich ermuntert fühlen, in diesem kreativen Rahmen erste Gehversuche zu unternehmen. Aber auch alle anderen inhaltlich Interessierten seien aufgerufen, sich diesen Fragen zu stellen und in einem modernen Lern- wie Forschungsarrangement die kollaborativen Potenziale zu nutzen und uns wechselseitig zu fördern. Wer in diesen thematischen Kontexten behauptet, eine fertige Lösung bereit stellen zu können, der hat m.E. die Vielfältigkeit der Risiken und Chancen noch nicht annähernd begriffen. Wir müssen gemeinsam versuchen, ein neues Verständnis aufzubauen – wie auch immer dies am Ende ausschauen wird. Auf jeden Fall ist es wichtig, möglichst viele Menschen in diesen Diskurs einzubinden. Lasst uns gemeinsam nachdenken – jedeR von seinem Startpunkt ausgehend – nur fortschreitend, das wäre hier die Voraussetzung. An der Teilnahmegebühr in Höhe von 50 Euro sollte es wohl nicht scheitern ;-)

Weitere Informationen zum Kurs finden sich hier.

February 07 2010

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February 03 2010

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Der Wert kultureller Arbeit

Heute besuchte ich eine Session namens Price and Value of Cultural Work auf der Transmedialen 2010. Die Diskussion setzte einige Assoziationen in mir frei, die ich soeben für mich notierte und jetzt einfach kurz blogge:

Die Moderne, wie wir sie kennen, wurde während der Aufklärung im 18. Jahrhundert vom Bürgertum vorangetrieben, um ihr Eigentum zu schützen. Alle verfassungsrechtlichen Werte und Normen lassen sich seitdem vom Eigentum herleiten. Insofern war es nur konsequent, die Werte der Kulturarbeit mit dem Recht auf geistiges Eigentum zu versehen, um die Materialisierung dieser Leistungen durch das Bürgertum zu honorieren.

Nicht ausreichend, das beweisen hinlänglich viele Kulturschaffende bei ihren “Kellnerjobs”. Aber neben dem Produkt der künstlerischen Arbeit fallen weitere immaterielle Werte an, die diese Arbeit aus Sicht der Schaffenden entgelten. Informationsaustausch, Beziehungen, Netzwerkarbeit, Spass sind positive Begleiterscheinungen eines kulturellen Schaffensprozesses, die sich in der Tauschgesellschaft nur indirekt auszahlen.

Was wir also konstatieren können, ist eine gravierende Schere zwischen immateriellen Werten einer free culture-Bewegung einerseits und dem materiellen Wert des verkauften Kunstprodukts für das Bürgertum andererseits, das damit einen virtuellen Kunstmarkt generiert. Wenn man sich diese Absurdität vor Augen führt, können die zusätzlich geschaffenen kulturellen Werte und Normen des eigentlichen Kulturmarktes eigentlich nur über ein Grundeinkommen vergütet werden. Schließlich kennzeichnen die sich in der Kulturarbeit entfaltende Kreativität, die Kritik und Formen der Zusammenarbeit, auf deren Codes hochkapitalistsiche Firmen aufsetzen (siehe Einsatz von Open Source), unsere Gesellschaft massiv.

Insofern muss die moderne Grundlage, über die sich unsere Gesellschaft definiert, in dieser Perspektive grundsätzlich hinterfragt werden. Nicht mehr das individuelle Eigentumsrecht kann Maßstab unseres Gesellschaftsvertrages sein, sondern ein kollektiver Diskurs, der die Gewinne der Unternehmen, die massiv auf dem Zeitgeist und freien Kulturleistungen aufbauen, auch an die eigentlichen (Kultur-)Produzent/innen zurückführt. Der Markt regelt diesen Rückfluss leider überhaupt nicht mehr. Und angesichts der Attraktivität und erwiesenen Überlegenheit der kollektiven Intelligenz muss dieser Diskurs meines Erachtens konsequenter geführt werden als bisher.

Wie wollen wir leben? Indem sinnentleerte Autofeatures als kulturelle Leistungen betrachtet werden, absurde Hochhäuser als Ausdruck einer Postmoderne gelten und protzige Großprojekte als symbolischer Standortfaktor für die kreative Klasse dienen sollen? Oder wünschen wir kluge, ausbalancierte, sinnvolle Lösungen für die Probleme unserer Zeit? Ich denke, es ist an der Zeit, ernsthaft darüber nachzudenken.

January 10 2010

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January 03 2010

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December 22 2009

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Facebook’s Reflexionsvermögen

Soeben unseren Projekt eVideo-Facebook-Account deaktiviert, da wir nunmehr über eine eVideo-Facebook-Fanpage verfügen. In dem Deaktivierungsprozess gelangt man auf einen Screen, wo man seine Entscheidung begründen soll. Diese Auswahl finde ich recht spaßig und da vermutlich die wenigstens diese kennen werden – hier ein Blick auf die Auswahlmöglichkeiten:

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Facebook Deaktivierung

December 21 2009

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Trends in 2009

Bei der Durchsicht meiner diesjährigen Bookmarks fielen mir einige wenige Fundstücke (wieder) auf, die stellvertretend für den Umbruch im Jahre 2009 stehen. Die Entwicklungen des vergangenen Jahres lassen sich dabei mit folgenden Stichwörtern umreissen:

  • Echtzeit-Netz
  • Visualisierung
  • Verbindung mit Echtzeitdaten und Forderung nach Open data
  • Georeferenzierung von Dateien, Personen, Dingen
  • Mobilität
  • Neue Formen der Interaktivität
  • Neue Formen der Kollaboration
  • Personalisierung
  • Soziale Globalisierung auf individueller Ebene
  • Minimalismus

Ich fürchte, gute Social Media Angebote werden all diese Punkte zugleich (!) bedienen müssen – auch wenn dies mitunter zu Widersprüchen führt. Beispiele, die dem ein oder anderen Aspekt bereits Rechnung tragen und lediglich auf die Anbindung weiterer Komponenten zu warten scheinen, ist m.E. folgende Selektion der von mir aus dem Netz gefischten Websites:

Wer weiss von weiteren neuen Entwicklungen zu berichten?

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Social Media in der Bildung

Heute liess ich in einer Art Rückblick meine gespeicherten diigo-Bookmarks (viele) und meine Blogbeiträge (weniger viele) Revue passieren, um mir mein vergangenes Netzjahr zu vergegenwärtigen. Dabei begegneten mir u.a. die 10 Ways Social Media Will Change in 2009 von ReadWriteWeb und die 12 eLearning Predictions for 2009: eLearning Technology von Tony Karrer aus dem Januar. Karrer reflektierte seine Vorhersagen selbst vor einigen Tagen und stellte fest, dass einige Vorhersagen sehr genau eintrafen.

Social Media Change 2009
eLearning Predictions 2009
  1. It’s About People
  2. Creating Meaning and Value
  3. Enabling Convergence
  4. Building a Truly Cross-Platform Experience
  5. Creating Relevant Social Networks
  6. Innovating in the Advertising Space
  7. Helping People Organize Their “Old” Social Media Ecosystem
  8. Connecting with the Rest of the US and the World
  9. Preparing for New Social Media Jobs
  10. Making Money
  1. “Self-Directed Learning” Increases
  2. eLearning 2.0 Grows – But Creating “eLearning 2.0 Strategy” Fails
  3. Increase in Consumer/Education Social Learning Solutions will Increase Pressure for Social Learning Solutions in Corporate Learning
  4. Quick Wins & Toolkits
  5. Virtual Classroom Tipping Point
  6. Greater Domination by Leading Tool Vendors – Captivate, Articulate, Lectora, Camtasia
  7. Niche Tools Emerge and Get Traction in Niches
  8. More Wiki Pages – Same Authored Minutes – Less Classroom Minutes
  9. Knowledge Worker Skills
  10. Mobile Learning Niche Growth
  11. Micro Virtual Conferences
  12. Data Driven

An dieser Stelle soll gar nicht auf die einzelnen Punkte eingegangen werden, sondern es bleibt jeder/jedem selbst überlassen, diese Entwicklung rückblickend einzuschätzen. Ich denke aber, beide lagen mit ihren Einschätzungen sehr gut im Rennen. Was ich mich allerdings frage, ist der Blickwinkel, von dem aus auf die Medienentwicklungen geschaut wird.

Während die Social Media-Liste auf abstraktem Niveau die Entwicklungen versucht zusammenzufassen und ein transformatives Denken nahelegt, sind die eLearning-Überlegungen weiterhin sehr eng an den Status Quo gebunden, der mittels dieser neuen Medien möglichst beibehalten bleiben soll. Sicherlich, Karrer verdient seine Brötchen als Berater und möchte seinen Kunden einen Weg ins moderne Zeitalter weisen (und das macht er m.E. sehr gut). Aber je länger ich auf die Social-Media-Liste schaue, desto zentraler wollen mir deren Vorhersagen als entscheidend für die Bildungsentwicklung erscheinen. Nicht im Sinne einer Produktentwicklung, sondern als Anleitung für wirklich neue Lern- und wegen mir auch Lehrkonzepte. Liest man sich unter diesem Gesichtspunkt diese 10 Punkte durch, liegt einem ein guter Leitfaden vor, was Lehrende und Lernende m.E. derzeit begreifen sollten im Zeitalter des Social Webs:

  1. Es geht um Menschen.
  2. Sinn und Werte sind zu schaffen.
  3. Es gilt, Konvergenzen zu ermöglichen.
  4. Wirkliche Cross-Plattform-Erfahrungen sind gefordert.
  5. Relevante soziale Netzwerke gilt es aufzubauen.
  6. Innovative PR-Strategien werden benötigt.
  7. Menschen sollten sich gegenseitig unterstützen, ihr “altes” Social Media-Ökosystem zu organisieren.
  8. Man muss sich mit dem Rest der Welt verbinden.
  9. Wir müssen uns auf neue Social Media Jobs vorbereiten.
  10. Es muss eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entstehen.

Im übrigen werde ich mich in der nächsten Zeit damit beschäftigen, wie solch eine Liste unter Identitätsgesichtspunkten ausschauen müsste. Was geschieht mit unseren persönlichen Identitäten im Zeitalter dieser realen Augmented Reality mit all unseren Datenspuren und öffentlichen Vernetzungen? Wie können wir uns schützen? Wo sollten wir aufpassen? Wie müssten sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern? All dieses gilt es nunmehr systematisch zu hinterfragen – und um dieses Thema kreist auch der nächste eVideo-Kurs. “Identität 2.0″ startet am 10. April 2009. Weitere Informationen zum Kurs folgen in den nächsten Monaten. Stay tuned!

December 20 2009

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December 13 2009

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December 09 2009

acw

Welchen Eisgeschmack mögen Sie?

Soeben begegnete mir zufällig das “alte” Social-Media-Video von Commoncraft, das ich mir offensichtlich noch nie angeschaut hatte. Sollte es anderen auch so ergangen sein, bittschön: zum Verständnis von Social Media eine kleine Eis-Analogie-Geschichte.

December 06 2009

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November 30 2009

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Ich bin ein Netzwerkknoten

Es kam die Frage auf, wie sich meine “Lehrzeit” gestaltet, wenn ich mehr on- wie offline Studierenden einen Weg ins Web 2.0 versuche aufzuzeigen. Zwischen den Zeilen vermeint man zu hören: Ist das denn Arbeit oder nicht vielmehr ein Weg, sich auf elegante Art und Weise auf die faule Haut zu legen? Kann man den Arbeitsaufwand vergleichen mit einer klassischen Vorlesung oder der seminaristischen Lehre? Dabei muss man wissen: Unser aktuelles Bildungssystem finanziert Dozierende nur für die Live-Anwesenheitszeit – Vor- und Nachbereitungen werden nicht bezahlt. Wie also honoriert man asynchrone Online-Arbeiten? Und wie erklärt man den derzeitigen Wandel?

Ich denke, einig sind sich fast die meisten Menschen: Das derzeitige Bildungssystem ist an seine Grenzen gestossen. In verschulten Studiengängen paukt man Lernenden einen curricularen Stoff ein – und prüft diesen am Semesterende ab. Anschließend gibt’s einen Schein – hat man genügend Scheine gesammelt, darf man eine knappe Abschlussarbeit schreiben, die den Umfang früherer Hausarbeiten hat – fertig ist der junge Mensch für die Arbeitswelt.

Diesem Verständnis stemmen sich an verschiedenen Hochschulen derzeit die Studierenden entgegen (siehe unibrennt):


Unsere Unis (by zurPolitik.com) auf einer größeren Karte anzeigen

Allerdings greifen die Studis meines Erachtens mit ihren Forderungen etwas zu kurz. Nicht die Studiengebühren sind das Problem, auch nicht vorrangig der Bachelor oder Master – vielmehr will mir das funktionale Verständnis der Bildung als das Grundübel erscheinen. Obwohl seit Jahrzehnten allen bewusst ist, dass es eben nicht mehr um Wissens- und Kompetenzvermittlung gehen kann, hat sich dieses Verständnis so tief in die bürokratischen Strukturen eingeschrieben, dass in der Zwischenzeit Verwaltungsmenschen über die ordnungsgemäße Abwicklung entscheiden – und nicht bildungspolitisch oder pädagogisch gebildete Personen, die sich selbst weiterentwickelt haben und die sozio-kulturellen Umwälzungen versuchen zu verstehen.

Was derzeit geschieht, ist – verkürzt dargestellt – folgendes:
Obwohl uns allen bewusst ist, dass wir in einer zunehmend globaleren, mobileren Welt leben, in der keine lebenslangen Berufsbiographien mit der ursprünglichen Ausbildung festgelegt werden, hat sich an den Bildungsinhalten so gut wie gar nichts verändert. Lehrende, die sich selbst vor mehreren Jahrzehnten durch die Bildungsanstalten quälten, vermitteln diesen Stoff an die nächste Generation und bilden gerne Kompetenzen aus, die oftmals rückwärtsgewandt sind. Wie will man virtuelle Teamarbeit lernen, wenn man sich systembedingt immer in einem Raum an einem bestimmten Ort zu einer vorgegebenen Zeit treffen muss? Wie will man lebenslang lernen lernen, wenn man nie gelernt hat, selbstständig Wissen und aktuelle Kompetenzen zu entwickeln? Wie lernt man Netzwerke nutzen, wenn es nur darum geht, die richtige Antwort bei der Prüfung zu kennen? usw. usf.

Vieles liegt im Argen – und man kann als “Lehrende” nur individuell versuchen, vorhandene Lücken zu finden und sich dort als Lernbegleitung zu betätigen. Neues Wissen kollaborativ zu erarbeiten, die Grenzen zwischen Lehren und Lernen zu verwischen und sich gemeinsam in neue Thematiken einzuarbeiten. Beständig – aus Prinzip. Vorzuleben, wie man als Netzwerkknoten in einer international vernetzten Welt leben kann, wie man sich informieren kann, wie man sich hineinbegibt in den Fluss und wie man sich austauscht. Eben aktuelle Kompetenzen zu entwickeln und nicht zu vermitteln. Wie will man die Notwendigkeit einer medialen Vernetzung vermitteln? Über eine Vorlesungsreihe oder eine geführte Übung im Klassenraum?

Meine Präferenz mündet in Projektarbeit im vernetzten Verbund. Mich selbst vor inhaltliche Herausforderungen zu stellen und als Vorturnerin im Netzwerk zu agieren, dezent in verschiedene Medien hineinführend, ohne pädagogischen Zeigefinger zu agieren. Einfach vorleben und die “Lernenden” in das eigene Netzwerk integrieren. Sich im eigenen, ständigen Bildungsprozess zeigend, kontinuierlich neues Wissen aggregierend und erarbeitend, gemeinsam reflektierend – in und mit den Medien. Kompetenzentwicklung als Kollateralschaden der vernetzten Arbeit sozusagen.

Am liebsten im Stile des Open-Teaching-Ansatzes des CCK08-Kurses, den ich selbst vor einem Jahr mit einigen Studierenden durchlief und dessen Spielfelder Jochen Robes hier gut dokumentiert.

Natürlich ist das schwierig umzusetzen in einem unflexiblen System, in dem die Studierenden sich abstrampeln, die nächste Prüfungsphase gut zu überstehen, wenig Zeit bleibt für Persönlichkeitsentwicklung und kurzfristige Erfolge mehr belohnt werden als langfristige Entwicklungen.

Aber ich sehe es so: Wenigstens eine Idee vermitteln, wie man vielleicht AUCH lernen könnte – intensiver, nachhaltiger, fundierter. Einen größeren Anspruch vermag ich in den gegebenen Strukturen nicht verfolgen. Aber immerhin. Wenn ich mir ansehe, wieviele ehemalige Studierende sich später in mein eigenes Netzwerk integrieren, von denen ich selbst unglaublich vieles lerne, dann hat sich die Arbeit gelohnt.

Ach so, die Frage war ja, was an Arbeitsaufwand anfällt. Ich würde sagen, durchschnittlich pro TeilnehmerIn 0,2749h die Woche – vielleicht aber auch mehr oder weniger – kommt auf die Netzwerkaktivität der TeilnehmerInnen an – auf jeden Fall W E I T mehr als das gegenwärtige Bildungssystem zu zahlen bereit ist ;-)

Siehe hier die Aufgabenfelder eines Lerncoaches in solchen Szenarien:

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